Über uns Depri-Piraten

Es wurde ja viel geredet und diskutiert in letzter Zeit. Piraten sprachen mit Piraten. Piraten diskutierten über den Vorstand. Nichtpiraten sprachen darüber, dass die Piraten über ihren Vorstand diskutierten. Medien berichteten darüber, dass Nichtpiraten darüber sprachen, dass Piraten über ihren Vorstand diskutierten, worauf sich die Piraten über schlechte und unsachgemäße Berichterstattung echauffierten.

 

Die berühmt – berüchtigte Kommunikationsstruktur innerhalb der Partei wurde also noch mit einem „stille Post Mod“ nach außen hin versehen. Aber auch Parteiintern, erörterte man gerne das Bild, welches in den Medien von der eigenen Partei gezeichnet wird. Dabei war man sich fast ausnahmslos einig, wer die Schuld am desolaten öffentlichen Bild der Partei ist: Die Medien. Und wenn nicht die Medien, dann eben der Vorstand. Auf keinen Fall die „Basis“ und schon gar nicht man selbst.

 

Sicherlich, der Vorstand gab in letzter Zeit ein zuweilen sehr unstimmiges Gesamtbild ab und auch diverse Artikel auf Spiegel Online oder im ZDF ließen mehr als zu wünschen übrig. Diese Tatsachen jedoch als Anlass für ein allgemeines unreflektiertes Vorstand- und Medienbashing zu nehmen greift zeugt lediglich von eigener Unreife. Sich im Nachhinein dann auch noch über mangelnde Toleranz und Rücksicht innerhalb der Partei zu beklagen, hinterlässt doch sehr den Eindruck eines verspielten Hundes, der sich in den eigenen Schwanz beißt und sich anschließend nicht nur wundert, dass es schmerzt, sondern auch darüber beschwert, dass dritte über ihn lachen.

 

Also bitte, wir wollen doch ernst genommen werden, oder? Wie wäre es also, wenn man die Medien zur Abwechslung nicht mit den eigenen Skandälchen und einer atemberaubenden Frustrationsbulimie auf Twitter füttert, sondern Inhalte und Themen liefert? Der Vorstand bemühte sich Beispielweise um eine Aussprache per Mumble und Piratenpad, und siehe da, wenn man sich der Kritik stellt, aber auch die Chance erhält sich selbst zu erklären kann man sich einig werden. Ohne Shitstorm und Trollmanier.

 

Wir Piraten kommunizieren ja mit Leidenschaft. Über alles, immer, vollkommen hemmungslos und unreflektiert und am allerliebsten auf Twitter. Ob das wirklich sein muss obliegt jedem selbst, allerdings sollte sich das ein oder andere mal wenigstens ein paar Sekunden Zeit genommen werden, um sich dessen bewusst zu werden, was man da gerade in den Äther kippen will. Wir sind alle nur Menschen, aber die Erfahrung zeigt, dass die Medien ganz gerne mitlesen, was wir auf Twitter so verzapfen. Also ab und an doch lieber auf Mail oder Forum umsteigen. Dann hat man auch mehr als 140 Zeichen um sich zu erklären. Oder man bloggt über die #rfcamps anstatt über die Unfähigkeit der eigenen Mitglieder. Oder über Initiativen wie „wir gehen mit“, die aufgrund der Schilderungen von Johannes Ponader ins leben gerufen wurden.

 

Ich für meinen Teil habe kein Bock mehr auf allgemeines Depri-Piratentum. Ich bin in der richtigen Partei, sie hat nur vergessen, dass sie das ist. Ich hoffe, dass sie sich bis zur Bundestagswahl wieder daran erinnert.

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